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Kevin Dettling

Kevin Dettling

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UV-Silikonisierung im Schmalbahn-Converting Wie Linerless Labels, LED-UV und neue Härtungstechnologien die Etikettenindustrie verändern

Die stille Schlüsseltechnologie der Etikettenproduktion

Kaum ein Prozess in der Etikettenindustrie erhält so wenig Aufmerksamkeit wie die Silikonisierung – und kaum ein anderer hat einen vergleichbar großen Einfluss auf Produktivität, Materialeffizienz und Produktqualität.

Der globale Markt für selbstklebende Etiketten wächst kontinuierlich. Treiber sind insbesondere die Logistikbranche, der E-Commerce, die Lebensmittelverpackung sowie pharmazeutische Anwendungen. Gleichzeitig stehen Verarbeiter unter zunehmendem Druck, Abfall zu reduzieren, nachhaltiger zu produzieren und ihre Wirtschaftlichkeit zu verbessern.

Drei Entwicklungen prägen aktuell die Zukunft der Silikonbeschichtung:

  • zunehmende Verbreitung von Linerless-Etiketten
  • steigende Bedeutung von LED-UV-härtbaren Silikonsystemen
  • wachsendes Interesse an photoinitiatorreduzierten Formulierungen

Für Schmalbahn-Verarbeiter wird die Fähigkeit, Produktivität, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit gleichzeitig zu optimieren, zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

Warum Silikonisierung heute wichtiger ist denn je

Selbstklebende Etiketten sind weltweit das dominierende Etikettenformat. Hinter jedem Haftetikett befindet sich ein Release Liner – häufig einer der kostenintensivsten Bestandteile der gesamten Materialkonstruktion.

Typische Trägermaterialien sind:

  • Glassine-Papiere
  • Superkalandrierte Kraftpapiere
  • Clay-Coated Kraftpapiere
  • PET-Folien
  • Polyolefin-Folien

Insbesondere Glassine hat sich im Narrow-Web-Bereich aufgrund seiner guten Trenneigenschaften, Dimensionsstabilität und Wirtschaftlichkeit etabliert.

Mit steigenden Anforderungen an Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz rücken sowohl leichtere Trägermaterialien als auch alternative Konzepte wie Linerless Labels verstärkt in den Fokus.

Etiketten mit Trägermaterial versus trägerlose Etiketten

Klassische Haftetiketten bestehen aus drei Komponenten:

  1. Obermaterial (Facestock)
  2. Klebstoff
  3. Silikonbeschichteter Release Liner

Der Liner schützt den Klebstoff während Produktion, Lagerung und Verarbeitung. Nach dem Etikettiervorgang wird er jedoch unmittelbar zu Abfall.

Linerless-Etiketten verfolgen einen anderen Ansatz: Die Silikonbeschichtung wird direkt auf das bedruckbare Material aufgebracht, sodass kein separater Träger mehr erforderlich ist.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • mehr Etiketten pro Rolle
  • geringere Transportkosten
  • reduzierter Lagerbedarf
  • weniger Abfall
  • längere Produktionsläufe

Den Vorteilen stehen jedoch höhere Anforderungen gegenüber. Die Silikonbeschichtung muss deutlich präziser arbeiten, die Härtung wird kritischer und die Anforderungen an die Prozessstabilität steigen.

Deshalb werden Linerless-Lösungen klassische Release Liner auf absehbare Zeit ergänzen, aber nicht vollständig ersetzen.

Aushärtungseffizienz als strategischer Wettbewerbsvorteil

Da Verarbeiter zunehmend auf die Gesamtproduktionskosten achten, wird die Aushärtungseffizienz zu einem entscheidenden Leistungsfaktor.

Über Energieeinsparungen hinaus prüfen Hersteller Technologien, die folgende Vorteile bieten:

  • geringerer Rohstoffverbrauch
  • geringerer Gehalt an Photoinitiatoren
  • verbessertes Migrationsverhalten
  • höhere Prozesssicherheit

Ein Beispiel hierfür ist unser UV-System FREEcure, das ein UVC-reiches Aushärtungsspektrum nutzt, um die Aushärtungseffizienz bei ausgewählten Silikonanwendungen zu verbessern und den Einsatz von Formulierungen mit reduziertem Photoinitiatorgehalt zu ermöglichen.

Ausblick

Die Zukunft der Silikonisierung wird geprägt sein von:

  • der zunehmenden Verbreitung von trägerlosen Etiketten
  • RFID-Etikettenanwendungen
  • Anforderungen im Digitaldruck
  • strengeren Nachhaltigkeitszielen
  • zunehmender behördlicher Kontrolle
  • stärkerem Fokus auf die Gesamtbetriebskosten

In diesem Umfeld werden Aushärtungseffizienz, Rezepturoptimierung und Materialökonomie ebenso wichtig werden wie die Produktionsgeschwindigkeit.

Fazit

Die Silikonbeschichtung gehört nach wie vor zu den wichtigsten Schlüsseltechnologien in der modernen Etikettenherstellung.

Unabhängig davon, ob thermische, herkömmliche UV- oder LED-UV-Härtungssysteme zum Einsatz kommen, werden künftige Investitionsentscheidungen zunehmend von der Gesamtwirtschaftlichkeit des Prozesses und weniger von einzelnen Leistungskennzahlen bestimmt.

Verarbeiter, denen es gelingt, Chemie, Prozesssteuerung und fortschrittliche Härtungstechnologien erfolgreich zu kombinieren, werden für die nächste Generation der Etikettenherstellung bestens aufgestellt sein.

Leistungsvergleich zwischen thermischen, UV-Quecksilber- und LED-UV-Technologien zur Silikonhärtung