Die UV-Technologie hat sich als bewährte Lösung im Verpackungs- und Etikettendruck etabliert – sie ermöglicht schnelle Produktionsprozesse, eine direkte Weiterverarbeitung und die Verarbeitung einer Vielzahl geeigneter Bedruckstoffe. Die Anforderungen an moderne Drucksysteme ändern sich jedoch: Gesetzliche Vorgaben, neue Farb- und Lacksysteme sowie veränderte Produktionsanforderungen gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Insbesondere bei sensiblen Anwendungen, wie beispielsweise Lebensmittel- oder Pharmaverpackungen, wird der Druckprozess zunehmend kritisch betrachtet – sowohl hinsichtlich der verwendeten Materialien als auch der Technologie zur Aushärtung von Druckfarben und Lacken.
Aushärtung ohne oder mit reduziertem Einsatz von Photoinitiatoren
Ein innovativer Ansatz besteht darin, bei geeigneten Formulierungen auf Photoinitiatoren zu verzichten oder deren Anteil zu reduzieren – jene chemischen Substanzen, die bei der UV-Härtung die Polymerisation auslösen. FREEcure nutzt hierfür einen hohen Anteil kurzwelliger UV-Strahlung, der die direkte photochemische Initiierung und Vernetzung unterstützt. Dadurch können geeignete Formulierungen ohne oder mit reduziertem Einsatz von Photoinitiatoren gehärtet werden. Dies kann insbesondere bei migrationskritischen Anwendungen relevant sein, da eine Reduzierung oder der Verzicht auf Photoinitiatoren dazu beitragen kann, entsprechende Migrationsquellen zu reduzieren. Die tatsächliche Migration hängt jedoch vom gesamten Farb-, Beschichtungs-, Substrat- und Prozesssystem ab.
Zudem kann sich bei geeigneten Anwendungen die Anzahl der erforderlichen UV-Aggregate reduzieren. Dadurch kann sich auch der elektrische Energiebedarf des Härtungssystems verringern. Das tatsächliche Einsparpotenzial hängt unter anderem von Formulierung, Produktionsgeschwindigkeit, Substrat, Schichtdicke, gefordertem Härtungsgrad und Anlagenkonfiguration ab.
Intelligente Steuerung: Künstliche Intelligenz im Aushärtungsprozess
Intelligente Aushärtungslösungen auf Basis künstlicher Intelligenz gehen noch einen Schritt weiter. SMARTcure berücksichtigt verfügbare Produktionsbedingungen und schlägt eine für den jeweiligen Produktionsauftrag geeignete LED-UV-Leistungseinstellung vor. Zusätzlich ermöglicht die formatabhängige Zonensteuerung, nur die für das jeweilige Format benötigten LED-Segmente zu aktivieren. Dadurch können unnötig hohe Leistungseinstellungen vermieden und LED-UV-Systeme bedarfsgerecht betrieben werden.
Modularer Aufbau für hohe Flexibilität
Ein weiterer technologischer Fortschritt zeigt sich in modularen LED-Härtungssystemen, die speziell für den Hochgeschwindigkeitsdruck entwickelt wurden. Diese Systeme bieten eine hohe UV-Leistung und lassen sich dank ihres modularen Aufbaus individuell an unterschiedliche Maschinentypen und Produktionsbedingungen anpassen.
Wartungsfreundlichkeit, abgestimmtes Wärmemanagement und eine robuste, industrietaugliche Bauweise unterstützen einen zuverlässigen Betrieb auch unter anspruchsvollen Bedingungen. Auf diese Weise lassen sich Leistungsfähigkeit, Langlebigkeit und flexible Integrationsmöglichkeiten miteinander verbinden.
Diese Entwicklung verdeutlicht den Wandel in der Druckindustrie: Neben der reinen Leistungsfähigkeit gewinnen intelligente Steuerung, flexible Anlagenkonzepte und eine bedarfsgerechte Prozessauslegung an Bedeutung. Moderne Härtungstechnologien verbinden hohe Druckqualität mit unterschiedlichen Möglichkeiten zur Anpassung an die jeweiligen Produktionsanforderungen.
Wer heute in UV-basierte Drucksysteme investiert, sollte daher neben der Leistungsfähigkeit auch auf Anpassungsfähigkeit, Prozessanforderungen und zukünftige Erweiterungsmöglichkeiten achten – denn hier nimmt die Zukunft des Drucks Gestalt an.